Zurück zur Natur

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Besuch auf den Seychellen

ReisenPosted by Aaron 20 Mar, 2015 15:45:04


Fahrt zum Flughafen, Gepäck abgeben, durch die Sicherheitskontrolle und dann ab in den Flieger. So sollte der Urlaub beginnen... aber es geht auch anders!
STREIK! Ein so kurzes kleines Wort kann den ersten Tag in ein kleines Abenteuer verwandeln.
Schon bei Ankunft am Fernbahnhof Frankfurt riesige Schlangen an den Automaten. Menschenmassen auf der Flucht aus dem Flughafen. Nach einem erfolglosen Versuch mein Gepäck am AirRail Terminal abzugeben schlendere ich zum Terminal 1.
Die Menschenmengen werden größer, die Luft stickiger und ich fange in meinen Klamotten an zu schwitzen - bin ich schon in den Tropen? Nein, ganz sicher nicht - keine Palmen und abgesehen von der Gruppe Chinesen in grell grünen Hemden überhaupt kein grün.
Eine kalte Stimme aus einem versteckten Lautsprecher begrüßt mich, bittet um Verständnis für die Unannehmlichkeiten. Na gut mit der Hitze und der schlechten Luft komme ich klar, auch mit dem fehlenden Grün, aber bestimmt nicht mit der Aussicht, dass ich meinen Flieger heute nicht erreichen werde,
weil es keinerlei Sicherheitskontrollen für die Fluggäste mehr gibt. Wir sollen uns doch bitte an unsere Fluggesellschaften wenden.
Ratlos stehen die Menschen in endlos langen Schlangen vor den Lufthansa Schaltern. Die stickige Luft macht uns alle träge und lethargisch.
Nun gut ich werde mal bei Condor vorbeischauen, denn schließlich hat die nette Frau auf der Hotline gesagt ich solle ruhig zum Flughafen anreisen und am besten so früh wie möglich.
Puh ein Glück stehen bei Condor weniger Menschen und so bekomme ich bald eine Info - es sieht wirklich schlecht aus, aber ein Hoffnungsschimmer bleibt: sie wollen versuchen wenigstens den Seychellenflug mit Menschen zu füllen.
Ich denke auch dabei stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund denn ansonsten müssten Sie 300 Menschen ein Hotel und einen anderen Flug bei einer anderen Airline bezahlen und das wird so kurzfristig schwierig und kostspielig.
Wie dem auch sei noch ist nichts entschieden. Ich suche mir einen netten Platz an der Wand, lehne ich mich an meinen Rucksack und schaue dem Schauspiel zu. Heute hat niemand etwas dagegen, dass viele auf dem Boden kampieren.
Was so ein Streik doch auch Positives bringt. Kurze Zeit später rennen die Streikenden mit ihren Fahnen und Plakaten durch die Halle. Sie werden ohrenbetäubend ausgebuht von der Menge.
Alles hat nun einmal zwei Seiten und ich vermute, dass das Image der Gewerkschaft heute sehr gelitten hat.
Nach einer weiteren Stunde tut sich etwas am Schalter. Anscheinend ist eine Entscheidung gefallen. Die Freude und Erleichterung ist groß als verkündet wird, dass sie uns irgendwie zum Flieger bringen werden.
Wir geben das Gepäck ab und werden in kleinen Gruppen durch ein Labyrinth aus Gängen zu einem VIP Bereich geführt, wo uns eine kleine Sicherheitskontrolle erwartet.
Den VIPs ist unsere Horde nicht gerade angenehm. Sie sitzen in hellbraunen Ledersesseln und schauen uns ganz perplex an und vergessen ganz an ihren Snacks zu knabbern.
Hinter der Kontrolle geht es im Bus ein Stück bis zu einem Eingang, der uns in den weitläufigen Bereich bei den Gates bringt.
Dort ist es sehr leer, die Geschäfte ohne Käufer und die Restaurants könnten die Stühle auf die Tische stellen.
Außer den VIPs, die anscheinend dem Streik entgehen, und uns ist niemand da.
Nun ist es fast geschafft das Gate öffnet sich und in nur 30min sind wir alle durch und steigen in die wartenden Busse zum Flugzeug.
An Bord angekommen ist fast das ganze Flugzeug gefüllt. Nur 70 Menschen fehlen, die es wohl nicht geschafft haben, oder vorher schon aufgegeben haben.
Der Kapitän eröffnet uns dann noch, dass wir das einzige Flugzeug an dem Tag waren, dass einigermaßen gefüllt losgelogen ist. Grandios!

9h schwirren wir durch den Nachthimmel und dösen alle vor uns hin - okay abgesehen von dem schreienden Baby einige Reihen weiter vorne. Da hilft nur der Mp3 Player mit Mozart.
Der Flug ist sehr ruhig und kaum eingeschlafen gibt es schon Frühstück. Ein Brötchen mit Marmelade oder wahlweise irgendetwas anderes was wohl Wurst darstellen soll. Ich entscheide mich gegen die "Kadaver"
und esse nur die Marmelade. Anschließend gibt es noch einen Joghurt. Dann kommt auch schon die waghalsige Landung. Der Pilot manövriert uns durch die Felsen vor der Landebahn und trifft dann sogar den schmalen Asphaltstreifen,
der auch in ganzer Länge für das Abbremsen aus 250kmh gebraucht wird.
Unendliche Passkontrollen folgen, aber nun bin ich da! Palmen, Strand und Sonne - Seychellen ich bin DA!


Tag 1



Der Flughafen liegt hinter mir und vor mir breitet sich die üppige grüne Inselwelt aus. Nun heißt es zügig den Shuttle zum Hafen ausfindig machen.
In Reih und Glied stehen 18 kleine Busse, aber nichts deutet darauf hin, wohin oder sie ob überhaupt fahren. Nach 2 Gesprächen mit Einheimischen in gebrochenem Englisch bin ich schlauer
und stelle mich zu einer laut schnatternen Schar deutscher Touristen. Irgendwie wirken sie fehl am Platze und nehmen doch viel Raum ein. Ich stelle mir vor wie sie sich bald zufrieden in ihren Sonnenliegen am Pool
räckeln werden.
Nach einiger Zeit kommen drei vergnügte junge Männer herbei und werfen mit viel Spaß unser ganzes Gepäck auf den Dachgepäckträger. Ich bete, dass meine nur an den Rucksack angebundenen Wanderschuhe,
während der Fahrt nicht abfallen.

Es geht in zügigen Tempo auf der "falschen Seite" der Straße zum Hafen. Auf den Seychellen herrscht Linksverkehr - vielleicht hätte ich doch lieber kein Auto mieten sollen!? Egal es wird schon klappen und Vollkasko versichert ist es auch.
Am Hafen angekommen beginnt das Kofferwerfspiel von neuem nur das sie diesmal von oben nach unten geschmissen werden, was der Geschwindigkeit und wie es scheint auch dem Spaß an der Sache zugute kommt.
Check In bei der Fähre und wieder das Gepäck aufgeben. Immerhin ist noch über eine Stunde Zeit, die nutze um die Umgebung ein wenig zu erforschen.
Die Insel strahlt sogar hier in der Hauptstadt eine tiefe Ruhe aus. Die Farben sind eindrucksvoll, das Blau des Himmels, die bunten Häuser und der türkisblau schimmernde Ozean.
Die warme Luft umschmeichelt die Haut und am liebsten würde ich im Adamskostüm durch die Straßen wandern. Leider lässt das Schamgefühl der Einwohner dies nicht zu. Wovor schämen sie sich eigentlich?
Ich vermute es geht ums Religiöse, oder wenn man tiefer schaut könnte es auch darum gehen die Kluft zwischen den Geschlechtern so groß wie möglich zu behalten,
denn nur dann lässt sich damit eine Menge Geld verdienen und macht ausüben. Das ultimative Motiv für alles was uns von unserer Natur entfremdet.
Einige Besorgungen später sitze ich auf der Fähre, die sogleich mit 70km/h durchs Meer pflügt. Natürlich nicht ohne auch kräftig zu schaukeln, zu springen und zu hüpfen.
Zum Glück sitze ich auf dem Oberdeck und kann meinen Blick an den Inseln festkrallen, so dass es mir diesmal erspart bleibt nach einer Tüte zu fragen.
1h später sind wir auf Praslin und dort wird umgestiegen. Das Gepäck wird auf den Hafenkai bugsiert und jeder kramt und wühlt bis er seins hat. Der Grabbeltisch von Woolworth lässt grüßen.
Dann folgen noch 15min Fahrt durch seichtes Gewässer und mit moderaten Geschwindigkeiten.
Mein erstes Uraubsdomizil liegt vor mir: La Dique - die kleinste der drei Inseln.


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